Ich stehe im Auge des Tornados und um mich herum drehen sich die Ideen und die Welt im Kreis.

Mein Blick geht nach oben und ich sehe durch den Tunnel –
der Himmel ist einfach irre, dieser blaue Himmel, die Sonne und das Licht.

Ich habe das erste Mal in meinem Leben das Gefühl,
als läge es in meiner Macht,
Bewegung in genau diesen Moment zu bekommen.

Ich fühle mich nicht gefangen,
ich bin der Mittelpunkt und es ist einfach nur still,
während um mich herum alles tobt.

Es fühlt sich an, als hätte ich die absolute Macht über meine Situation
und es läge in meiner Hand, was ich daraus mache.


Ich habe etwas so tief verstanden,
dass es mich so unfassbar berührt,
dass es Frieden bringt.

Diesen Moment auszuhalten,
wird fast augenblicklich zu etwas,
das ich festhalten möchte.

Ich weiß, dass dies ein Geschenk ist,
das ich nicht machen kann oder weiß,
wie lange das anhält.

Ich will gerade auch nicht mehr davon.

Im Auge des Sturms zu stehen und keine Angst zu haben,
überhaupt in dieser Situation zu sein –
einfach nur Stille und Frieden.

Im Moment würde ich sagen,
dass dieses „im Jetzt SEIN“ die Liebe ist,
nach der jeder sucht.


Wenn es doch nur möglich wäre,
dass jeder Mensch diesen Moment,
und wenn auch nur eine Sekunde,
bewusst erlebt.

Ich hätte den Wunsch, dass doch jeder Mensch bitte,
und wenn auch nur ein einziges klitzekleines Mal,
damit in Berührung kommt.

Unbewusst würde er es nicht mal mitbekommen!
Da der Drang zum Verstand viel zu groß ist.

Eigentlich und vielleicht – und während ich so schreibe, fällt mir auf:
Auch ich habe diesen Zustand nicht „gemacht“.

Das Einzige, was ich die letzten Jahre getan habe, war,
mich mir selbst auszusetzen und zuzumuten.


Mir fällt die Szene ein, in der Harry Potter in den Spiegel schaut.

Ich hatte den Mut, in meinen Spiegel zu schauen.

Nicht immer wollte ich das sehen, was ich gesehen habe.

Ich habe mich abgewendet, wollte einen anderen Spiegel,
da das, was er gezeigt hat, mir nicht gefallen hat.

Ich habe ihn zerbrochen, an die Wand geworfen,
einen Stein danach geschmissen, mir weitere Masken aufgezogen.

Mich geschminkt, mal hässlich und mal schön, nur um nicht hinzusehen.

Nur aus dem Grund, weil ich der Meinung war,
ich hätte in der Hand, was sich im Spiegel zeigt.

Es läge in meiner Macht, mein Spiegelbild zu verändern.


Was mir dabei nicht aufgefallen und bewusst war:
Mein Fokus war so sehr auf mich gerichtet,
dass mir überhaupt nicht aufgefallen ist,
was sich noch gezeigt hat.

Ich habe die Umgebung nicht wahrgenommen.

Ich habe meine Umwelt nicht gesehen.

Vielleicht, oder ganz bestimmt, war genau das so nötig:
Die Konzentration auf mich selbst, um mit mir ins Reine zu kommen.

Jetzt ist es an der Zeit, den Blick zu weiten und mit einem Einverständnis
und ohne Drama das ganze Bild zu sehen.

Die Vollständigkeit des jetzigen Augenblickes.

Dafür ist etwas nötig: nämlich einen Schritt zurückzutreten.

Raus aus der eigenen Beschränktheit oder Beschränkung des eigenen Blickwinkels.

Wenn ich das tue, sehe ich mehr von mir im Spiegel.

Gleich kommt der Gedanke: „Oh nein, dann fängt das Theater
und eigene Genörgel und Kritisieren wieder von vorne an.“

Aber das Schöne ist: Es passiert nicht.

Und es passiert doch.

Ihr alle, ihr alle Stimmen, gehört dazu – und ich heiße euch willkommen.